Die Nutzung von Auffangsystemen

 

Persönliche Absturzschutzausrüstungen sind bestimmungsgemäß zu verwenden. Maßgeblich dafür sind die Gebrauchsanleitung des Herstellers und die Betriebsanweisung.

 

Werden Auffangsysteme eingesetzt, ist grundsätzlich davon auszugehen, dass eine zweite Person erforderlich ist, die im Falle eines Sturzes die Rettung einleiten kann.

 

Werden Systeme für seilunterstützten Zugang eingesetzt, ist die Anwesenheit eines zweiten Mitarbeiters zwingend erforderlich (besondere Qualifikation). Zusätzlich muss eine Aufsicht (besondere Qualifikation) anwesend sein.

 

Alleinarbeit ist möglich beim Einsatz von Rückhaltesystemen und Arbeitsplatzpositionierungssystemen, sofern die Gefährdungsbeurteilung nicht dagegen spricht.

 

Persönliche Absturzschutzausrüstungen dürfen nur zur Personensicherung verwendet werden.

Bereitgestellte Absturzschutzsysteme dürfen nicht verändert werden.

Persönliche Absturzschutzausrüstungen dürfen keinen schädigenden Einflüssen ausgesetzt werden.

Dazu zählen zum Beispiel:

  • aggressive Stoffe wie Säuren, Laugen, Lötwasser, Öle, Putzmittel
  • Funkenflug
  • höhere Temperaturen bei Textil-Faserwerkstoffen (im Allgemeinen ab 60 °C)
  • tiefere Temperaturen bei Kunststoffteilen (im Allgemeinen ab -10 °C)

 

Persönliche Absturzschutzausrüstungen müssen vor jeder Benutzung augenscheinlich auf ihren ordnungsgemäßen Zustand und ihre Funktion geprüft werden. Beschädigte oder durch Sturz beanspruchte Persönliche Absturzschutzausrüstungen müssen der Benutzung entzogen werden. Sie können gegebenenfalls nach der Prüfung durch einen Sachkundigen (= Bescheinigung über den Befähigungsnachweis) weiter benutzt werden.

 

Wichtig bei Auffanggurten:

Halteösen dürfen nicht als Auffangösen genutzt werden, da sie nicht für die Kräfte beim Auffangen eines freien Falls ausgelegt sind. Keine gleichzeitige Bereitstellung von Haltegurten und Auffanggurten in einem Arbeitsbereich wegen der möglichen Verwechslungsgefahr. In einem solchen Fall empfiehlt sich die Verwendung eines Auffanggurtes mit integrierter Haltefunktion.

 

Wichtig bei Höhensicherungsgeräten:

Verbindungsmittel, bewegliche Führungen und einziehbare Verbindungsmittel von Höhensicherungsgeräten müssen an scharfen Kanten durch Hilfsmittel (Seil- oder Kantenschutz) geschützt werden. Ausnahme: Höhensicherungsgeräte mit geprüfter Kantenbeanspruchung.

 

Wichtig bei Verbindungsmitteln und Falldämpfern:

Verbindungsmittel dürfen nicht durch Knoten befestigt werden. Sie dürfen nicht gekürzt (z.B. durch Knoten) oder verlängert werden. Knoten in Verbindungsmitteln vermindern die Festigkeit um bis zu 40%. Verbindungsmittel sind zur Vermeidung von Schlaffseilbildung und zur Verkürzung der Fallhöhe straff zu halten. Anschlagmöglichkeiten dürfen umschlungen werden. Falldämpfer müssen in Auffangsystemen so integriert sein (Falldämpfer am Mann), dass die Funktion des Falldämpfers nicht beeinträchtigt wird.

Bei der Verwendung von zweisträngigen Verbindungsmitteln mit Falldämpfern muss der Falldämpfer immer an der Auffangöse des Auffanggurtes angeschlagen werden. Der unbenutzte Strang darf nicht in eine Halteöse oder andere tragende Teile des Auffanggurtes eingehängt werden.

Kantenschutz verwenden, da an Kanten die Belastung besonders groß und die Gefahr der Beschädigung gegeben ist.

 

Wichtig bei Steigschutzeinrichtungen:

Die Steigschutzeinrichtung darf nicht als Anschlageinrichtung benutzt werden.
Die Zwischenverbindung des mitlaufenden Auffanggerätes darf nicht verlängert werden, da die Verlängerung die Funktionssicherheit des Auffanggerätes beeinträchtigt.

 

Wichtig bei Verbindungselementen:

Sicherungen gegen unbeabsichtigtes Öffnen von Karabinerhaken müssen benutzt werden.