Beispiel Betriebsanweisung

 

 

Betriebsanweisung
Arbeiten mit Absturzgefahr auf einem Flachdach ohne Gefahr durch scharfe Kanten
(Ersteller, Stand, Die Geschäftsführung)

 

Anwendungsbereich

Sicherer Einsatz von Auffang- und Rettungssystemen auf Flachdächern bei denen keine Beschädigungsgefahr für
persönliche Absturzschutzsysteme von scharfen Kanten ausgeht.

 

Gefahren für Mensch und Umwelt

  • Absturz von der Dachkante durch nicht benutzte Auffangsysteme
  • Absturz durch nicht gesicherte Dachöffnungen
  • Absturz durch Verwendung ungeeigneter Anschlagpunkte
  • Verletzungen durch Pendelbewegungen nach einem Sturz in das Auffangsystem
  • Verletzungen durch ein ungeeignetes/fehlerhaftes/beschädigtes Auffangsystem
  • Verletzungen durch einen falsch angelegten Auffanggurt
  • Verletzungen und/oder Gesundheitsschäden durch Hängen im Auffangsystem

 

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln


Technische Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

Türanker TA 110 als Anschlagpunkt sicher befestigen.
Auffangsystem mit mitlaufendem Auffanggerät einschl. beweglicher Führung KB 1 benutzen.

Organisatorische Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

Unterweisung bei Erstaufnahme der Tätigkeit anhand der Gebrauchsanleitungen des oder der Hersteller und der Betriebsanweisung.
Unterweisung in der Bedienung der fahrbaren Hubbühne.
Fahrbare Hubbühne in der Nähe des Arbeitsplatzes vorhalten.
Freihalten des Rettungsweges im möglichen Absturzbereich.
Absperren oder Abdecken nicht durchtrittsicherer Dachöffnungen oder Dachbereiche.

 

Persönliche Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln

Auffangsystem mit mitlaufendem Auffanggerät einschl. beweglicher Führung KB 1 benutzen.
Auffangsystem mit mitlaufendem Auffanggerät einschl. beweglicher Führung KB 1 vor der Benutzung augenscheinlich prüfen.
Seilkürzer bei der Arbeit auf die richtige Länge einstellen und beim Wechsel der Arbeitsstelle erneut anpassen.
Bei der Arbeit das Auffangsystem mit mitlaufendem Auffanggerät einschl. beweglicher Führung KB 1 vor schädigenden Einflüssen durch Lötwasser und heiße Medien schützen.
Das Verbindungsmittel an der hinteren Fangöse des Auffanggurtes befestigen.
Auffanggurt Typ JOKA DSK bestimmungsgemäß anlegen.
Trittschlinge am Mann mitführen.
Arbeiten nicht durchführen bei Glätte, Schnee oder Sturm.

 

Verhalten bei Störungen

Arbeit einstellen.
Vorgesetzten informieren.

 

Verhalten bei einem Unfall, Erste Hilfe

  • Nach einem Sturz Ruhe bewahren und Kontakt zu dem Gestürzten halten.
  • Den Notarzt anfordern, Telefon xxxx.
  • Sofort mit dem vorgesehen Rettungsablauf (Rettung mit Hubbühne nach unten) beginnen, um längeres Hängen (max. 20 Minuten) zu vermeiden.
  • Der Gestürzte soll die Beine bewegen und die Trittschlinge benutzen.
  • Während der Rettung muss die aufrechte Körperhaltung beibehalten werden.

 

Nach der Rettung:

  • Ist der Gerettete bei Bewusstsein und leidet nicht an massiven Blutungen oder liegt kein Atemstillstand vor, wird er mit erhöhtem Oberkörper gelagert. Er wird in eine sitzende oder hockende Position gebracht. Beengende Gurte und Kleidungsstücke sind zu öffnen. Eine sofortige Flachlagerung kann lebensgefährlich sein, da durch den raschen Rückfluss des Blutes aus der unteren Körperhälfte die Gefahr des akuten Herzversagens infolge Überlastung des Herzens besteht. Die Überführung in eine flache Lagerung darf deshalb nur allmählich erfolgen. Atmung und Kreislauf müssen ständig überwacht werden.
  • Liegen massive Blutungen vor, müssen sie schnellstmöglich versorgt werden.
  • Ist der Gerettete bewusstlos, aber atmet normal, ist die stabile Seitenlage mit möglichst erhöhtem Oberkörper herzustellen. Die Vitalfunktionen (Bewusstsein und Atmung) sind engmaschig zu kontrollieren.
  • Ist der Gerettete bewusstlos und hat keine normale Atmung, sind die üblichen Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen (30 x Herzdruckmassage im Wechsel mit 2 x Beatmen).

 

Instandhaltung und Entsorgung

  • Auffangsysteme dürfen keinen Einflüssen ausgesetzt werden, die ihren sicheren Zustand beieinträchtigen können. Das sind zum Beispiel aggressive Stoffe wie Säuren, Laugen, Lötwasser, Öle, Putzmittel, Funkenflug,  höhere Temperaturen bei Textilfaserstoffen (im Allg.  ab 60° C) und tiefere Temperaturen bei Kunststoffteilen (im Allg. ab - 10° C).
  • Auffangsysteme nach der Benutzung reinigen.
  • Auffangsysteme sind trocken und am besten freihängend ohne Einwirkung von UV-Strahlung zu lagern.
  • Auffangsysteme sind nach Bedarf, mindestens jedoch einmal pro Jahr, durch einen Sachkundigen zu prüfen.
  • Jeder Mangel an Auffangsystemen ist dem Vorgesetzten zu melden.
  • Beschädigte Auffangsysteme sind der Benutzung zu entziehen.
  • Nach einem Sturz in das Auffangsystem dürfen Auffangsysteme nicht weiter verwendet werden.

 

Folgen der Nichtbeachtung

Gesundheitsschäden: schwere bis tödliche
Unfallschäden: schwere bis tödliche
Umweltschäden: bei Abgabe benutzter und schadhafter persönlicher Absturzschutzsysteme in der Sicherheitsabteilung keine zu erwarten
Arbeitsrechtliche Konsequenzen: Bei Nichtbeachtung können arbeitsrechtliche Konsequenzen folgen
Datum: 27.07.2009

Unterschrift: Karl Meier:

Eine Reihe von Muster-Betriebsanweisungen im Word-Format finden Sie hier.